3-tägige Exkursion Anengletscher/Anenhütte
Um 05.00 war mein Treffpunkt bei Emil Grünenfelder, dann Weiterfahrt zum abgemachten Ort in Kriens, um auch noch Thomas Wojahn abzuholen. Und schon ging die Fahrt los über den Brünig nach Kandersteg zum Autoverlad nach Goppenstein, dann Tal aufwärts Richtung Blatten zur Fafleralp (1768 m) mit grossem Parkplatz, wo wir pünktlich kurz vor 08.00 Uhr eintrafen.
Dort erwartete uns unser Exkursionsleiter Reto Balmer und hiess uns herzlich willkommen. Nach einem stärkenden Kaffee mit Kuchen starteten wir zum Aufstieg zur Anenhütte (2358 m), welcher um die zwei Stunden dauerte. Nach einer Pause und Zwischenverpflegung gab es kein Halten mehr und die muntere Truppe nahm den Aufstieg ins Strahlergebiet in Angriff. Erstes Ziel war eine bearbeitete Kluft in Gletschernähe, die noch nicht vollständig ausgeräumt war. Hier liessen sich das eine oder andere Quärzli herausarbeiten aber schon bald schwärmten alle in die vielversprechenden Strahlerzonen auf gegen 2900 m. Nach einigen Stunden war Abstieg zur Anenhütte, wo vor dem Nachtessen die ersten, ansehnlichen Funde bewundert werden konnten. Nach einem feinen Mehrgangmenu war schon bald einmal Nachtruhe angesagt und die typische Hütten-Geräuschkulisse zeugte von Grosskluft-Träumen.
Am Tag-2 waren wir recht früh bei besten meteorologischen Bedingungen wieder auf dem Aufstieg in die „jungfräulichen“ Strahlerzonen in Gletschernähe und schon bald waren die Spitzgeräusche zu hören. Am Abend war wieder Showtime. Es war toll zu sehen, dass alle ihr Erfolgserlebnis hatten und einige sogar Super-Stufen bergen konnten. Walti Metz hat soviel gefunden, dass er sich entschloss, zur Fafleralp abzusteigen, um dort die Steine ins Auto zu laden und dann wieder zu uns in die Anenhütte hochzukommen. Und tatsächlich war er, zwar müde, aber pünktlich zurück zum Nachtessen.
Am 3. Tag war Abstieg zur Fafleralp. Auf diesem Weg entdeckte Hugo Sigrist eine wunderschöne Gruppe von seltenem Türkenbund-Lilien die wir bestaunen durften. Nach Ankunft beim Parkplatz haben wir die Kristall-Funde von den zwei Tagen in die Autos verladen. Dann erfolgte ein steiler Aufstieg über Grashänge, durch Erlengestrüpp und über einen tosenden Bergbach. Unser Exkursionsleiter Reto Balmer wollte uns eine alte Grosskluft zeigen, wo er und sein Kollege früher herrliche Epidot-Stufen und auch sensationell schöne Bergkristalle finden konnten. Bei der Kluft angekommen, sah man die zerrissenen, typischen Gesteinsverwerfungen und die grossen Quarzbänder. Obwohl wir nichts mehr finden konnten, hat es sich gelohnt, diese eindrückliche Fundstelle anzuschauen. Am frühen Nachmittag waren wir glücklich und voller begeisternden Bergerlebnissen wieder bei der Fafleralp. Hier löschten wir vor der Heimfahrt in der Gartenwirtschaft den Durst und bedankten uns bei Exkursionsleiter Reto Balmer für die perfekte Organisation und die tollen Tage.
Die erste Anenhütte wurde 1995 erbaut und wurde 2007 von einer Staublawine erfasst und vollständig zerstört. Die neue, ganz moderne Anenhütte wurde in den Jahren 2007 – 2008 gebaut.
Mehr zur Anenhütte:
https://anenhuette.ch/site/de/
Mehr zur Türkenbund-Lilie:
Türkenbund – Wikipedia
Text von: Bruno Richli
Fotos von: Peter Stadelmann, Thomas Wojahn, Stephane Codemo,
Patrick Zemp, Exkursionsleiter Reto Balmer






